Assistierter Suizid in den Medien – eine narrative Übersicht

  • Die mediale Darstellung assistierter Suizide und deren Auswirkungen auf die Rezipierenden sind bislang nur unzureichend untersucht worden. Dieser Artikel bietet einen ersten Überblick über internationale Forschungsarbeiten zu Nachrichtenbeiträgen, Filmen, Fernsehsendungen und sozialen Medien, die sich mit diesem Thema befassen. In der Fachliteratur dominieren qualitative Inhaltsanalysen, während empirische Studien zu den Auswirkungen von Darstellungen assistierten Suizids weitgehend fehlen. Die mediale Auseinandersetzung mit der Thematik bewegt sich im Spannungsfeld zwischen individueller Selbstbestimmung, gesellschaftlicher Verantwortung und möglicher normativer Einflussnahme durch öffentliche Kommunikation. Trotz medienethischer Richtlinien wird das Thema häufig emotionalisiert und anhand individueller Fälle dargestellt, die oftmals eine Befürwortung der Suizidassistenz nahelegen. Teilweise wird dadurch vermittelt, dass ein Leben mit Leiden nicht lebenswert sei. Außerdem werdenDie mediale Darstellung assistierter Suizide und deren Auswirkungen auf die Rezipierenden sind bislang nur unzureichend untersucht worden. Dieser Artikel bietet einen ersten Überblick über internationale Forschungsarbeiten zu Nachrichtenbeiträgen, Filmen, Fernsehsendungen und sozialen Medien, die sich mit diesem Thema befassen. In der Fachliteratur dominieren qualitative Inhaltsanalysen, während empirische Studien zu den Auswirkungen von Darstellungen assistierten Suizids weitgehend fehlen. Die mediale Auseinandersetzung mit der Thematik bewegt sich im Spannungsfeld zwischen individueller Selbstbestimmung, gesellschaftlicher Verantwortung und möglicher normativer Einflussnahme durch öffentliche Kommunikation. Trotz medienethischer Richtlinien wird das Thema häufig emotionalisiert und anhand individueller Fälle dargestellt, die oftmals eine Befürwortung der Suizidassistenz nahelegen. Teilweise wird dadurch vermittelt, dass ein Leben mit Leiden nicht lebenswert sei. Außerdem werden Alternativen zur Suizidassistenz – wie eine umfassende Palliativversorgung – nur selten thematisiert. Es gibt Hinweise, dass Medienberichte Nachahmungseffekte auslösen können. Aufgrund der begrenzten Anzahl an Forschungsarbeiten und methodischer Unzulänglichkeiten ist es derzeit nicht möglich, weitreichende Schlussfolgerungen zu ziehen. Insbesondere im Hinblick auf potenzielle Medienwirkungen gewinnt die gründliche Untersuchung der medialen Berichterstattung und Inszenierung von assistiertem Suizid jedoch eine erhebliche gesellschaftliche Relevanz.show moreshow less

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Metadaten
Author:Emilia Gögl, Sebastian ScherrORCiDGND, Markus Schäfer, Georg Fiedler, Frank Schwab
URN:urn:nbn:de:bvb:384-opus4-1282101
Frontdoor URLhttps://opus.bibliothek.uni-augsburg.de/opus4/128210
ISSN:1436-9990OPAC
ISSN:1437-1588OPAC
Parent Title (German):Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz
Publisher:Springer Science and Business Media LLC
Place of publication:Berlin
Type:Article
Language:German
Year of first Publication:2026
Publishing Institution:Universität Augsburg
Release Date:2026/02/27
Volume:69
Issue:3
First Page:275
Last Page:283
DOI:https://doi.org/10.1007/s00103-026-04192-z
Institutes:Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät
Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät / imwk - Institut für Medien, Wissen und Kommunikation
Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät / imwk - Institut für Medien, Wissen und Kommunikation / Lehrstuhl für Digital Health Communication
Dewey Decimal Classification:3 Sozialwissenschaften / 30 Sozialwissenschaften, Soziologie / 300 Sozialwissenschaften
Licence (German):CC-BY 4.0: Creative Commons: Namensnennung