Die Integrierte Notfallplanung – Chancen und Grenzen in der Akut- und Notfallmedizin: gemeinsames Positionspapier der AG Notfall- und Intensivversorgung der DGP, AG Ethik der DGINA, Sektion Ethik der DIVI, DBRD, BAND, Sektion Palliativmedizin der DGAI, AG Palliativmedizin der DGIIN

  • Die Durchführung jeder medizinischen Maßnahme braucht eine Indikation und muss vom Patient:innenwillen gedeckt sein. In Notfallsituationen stehen jedoch häufig nur unvollständige Informationen zur Verfügung, sodass insbesondere am Lebensende das Risiko einer Übertherapie besteht, wenn medizinische Maßnahmen ohne realistische Erfolgsaussichten oder gegen den mutmaßlichen Willen eingeleitet werden. Umgekehrt kann es zu einer Untertherapie kommen, wenn z. B. aufgrund einer lebenslimitierenden Erkrankung postuliert wird, dass lebenserhaltende Maßnahmen nicht mehr gewünscht würden, oder eine nicht auf die Notfallsituation zutreffende Patientenverfügung fälschlich als allgemeine Ablehnung lebenserhaltender Therapien interpretiert wird. Die Integrierte Notfallplanung als Ergebnis eines Advance-Care-Planning-Prozesses bietet eine Lösung, indem basierend auf persönlichen Wertvorstellungen und einer Therapiezielklärung Festlegungen für den Notfall getroffen werden, die eine dem WillenDie Durchführung jeder medizinischen Maßnahme braucht eine Indikation und muss vom Patient:innenwillen gedeckt sein. In Notfallsituationen stehen jedoch häufig nur unvollständige Informationen zur Verfügung, sodass insbesondere am Lebensende das Risiko einer Übertherapie besteht, wenn medizinische Maßnahmen ohne realistische Erfolgsaussichten oder gegen den mutmaßlichen Willen eingeleitet werden. Umgekehrt kann es zu einer Untertherapie kommen, wenn z. B. aufgrund einer lebenslimitierenden Erkrankung postuliert wird, dass lebenserhaltende Maßnahmen nicht mehr gewünscht würden, oder eine nicht auf die Notfallsituation zutreffende Patientenverfügung fälschlich als allgemeine Ablehnung lebenserhaltender Therapien interpretiert wird. Die Integrierte Notfallplanung als Ergebnis eines Advance-Care-Planning-Prozesses bietet eine Lösung, indem basierend auf persönlichen Wertvorstellungen und einer Therapiezielklärung Festlegungen für den Notfall getroffen werden, die eine dem Willen entsprechende Versorgung sicherstellen. Um das Konzept jedoch in die flächendeckende Versorgung zu überführen und zukunftssicher zu gestalten, ist eine Weiterentwicklung hin zu einem umfassenden Konzept aus Dokument, Schulungen und einer digitalen Anbindung an die elektronische Patient:innenakte notwendig sowie eine breite Konsentierung aller beteiligten Stakeholder. Das vorliegende Dokument formuliert hierfür entsprechende Empfehlungen.show moreshow less

Download full text files

Export metadata

Statistics

Number of document requests

Additional Services

Share in Twitter Search Google Scholar
Metadaten
Author:L. Böhm, Eva Diehl-WieseneckerORCiDGND, P. Gretenkort, S. Grautoff, C. Wiese, C. Scheltz, M. Stanley, J. Eggardt, M. Klein, A. Scherg, M. Neukirchen
Frontdoor URLhttps://opus.bibliothek.uni-augsburg.de/opus4/130223
ISSN:1434-6222OPAC
ISSN:1436-0578OPAC
Parent Title (German):Notfall + Rettungsmedizin
Publisher:Springer Science and Business Media LLC
Place of publication:Berlin
Type:Article
Language:German
Year of first Publication:2026
Publishing Institution:Universität Augsburg
Release Date:2026/05/13
First Page:s10049-026-01746-1
DOI:https://doi.org/10.1007/s10049-026-01746-1
Institutes:Medizinische Fakultät
Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
Medizinische Fakultät / Lehrstuhl für Palliativmedizin
Dewey Decimal Classification:6 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 61 Medizin und Gesundheit / 610 Medizin und Gesundheit
Latest Publications (not yet published in print):Aktuelle Publikationen (noch nicht gedruckt erschienen)
Licence (German):CC-BY-NC-ND 4.0: Creative Commons: Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitung