Huldigung an Karl Theodor im 'Augsburger Geschmack': ein Deckenbild von Johann Anwander in Schloss Neuburg a. d. Donau
- Als Schöpfer des spätbarocken Deckengemäldes im sog. „Kleinen Mahlerey Cabinetl“ im Schloss Neuburg a. d. Donau wird derzeit ein bislang anonymer Augsburger Maler vermutet; dies in erster Linie wegen der ausgiebigen Verwendung der Rocaille, eines Ornaments, zu dessen Verbreitung im deutschsprachigen Raum Augsburger Künstler wesentlich beitrugen. Tatsächlich dürfte es sich bei dem Deckengemälde um ein Werk Johann Anwanders (1715-1770) handeln, der von 1735 bis zu seinem Tod in Lauingen a. D. Donau ansässig war, der Nebenresidenz des Fürstentums Pfalz-Neuburg, und der etwa seit Mitte der 1750er Jahre häufig Gebrauch von Rocailleornamentik machte. Auch die Figuren des Neuburger Deckengemäldes sind gut mit Anwanders Stil vereinbar. Nicht haltbar ist bei dieser Zuschreibung die bisherige Datierung des Bildes in die frühen 1740er Jahre, die aus einigen ikonographischen Details abgeleitet wurde.