Qualitative Analyse von Patientenperspektiven: Das Potential von ERAS in der Optimierung von Versorgungsprozessen bei minimalinvasiven Herzklappeneingriffen
- Einleitung: Angesichts des anhaltenden Personalmangels im deutschen Gesundheitssystem wird ERAS als vielversprechende Lösung betrachtet, um die Effizienz der Behandlung zu steigern und die Beteiligung der Patienten zu fördern. Dieses innovative Versorgungsmodell zielt darauf ab, die Erholungsprozesse nach OPs zu optimieren, indem es einen ganzheitlichen, interprofessionellen Ansatz verfolgt. Am UKA wird ERAS in der minimalinvasiven Herzchirurgie angewendet. Dabei gibt es zwei verschiedene ERAS-Modelle (ein ERAS Light und ein perioperatives ERAS) sowie die Standardversorgung ohne ERAS. Die Studie untersucht die Zufriedenheit der Patienten und die wahrgenommenen Unterschiede aus den verschiedenen Versorgungsmodellen.
Methoden: Die Patienten wurden mit semistrukturierten Interviews ca. zwei bis drei Monate nach ihrer OP befragt. Die Auswertung der Daten erfolgt anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz. Dabei wurden vier Hauptkategorien gebildet: Präoperative Versorgung,Einleitung: Angesichts des anhaltenden Personalmangels im deutschen Gesundheitssystem wird ERAS als vielversprechende Lösung betrachtet, um die Effizienz der Behandlung zu steigern und die Beteiligung der Patienten zu fördern. Dieses innovative Versorgungsmodell zielt darauf ab, die Erholungsprozesse nach OPs zu optimieren, indem es einen ganzheitlichen, interprofessionellen Ansatz verfolgt. Am UKA wird ERAS in der minimalinvasiven Herzchirurgie angewendet. Dabei gibt es zwei verschiedene ERAS-Modelle (ein ERAS Light und ein perioperatives ERAS) sowie die Standardversorgung ohne ERAS. Die Studie untersucht die Zufriedenheit der Patienten und die wahrgenommenen Unterschiede aus den verschiedenen Versorgungsmodellen.
Methoden: Die Patienten wurden mit semistrukturierten Interviews ca. zwei bis drei Monate nach ihrer OP befragt. Die Auswertung der Daten erfolgt anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz. Dabei wurden vier Hauptkategorien gebildet: Präoperative Versorgung, Postoperative Versorgung und Kommunikation, Partizipation und Einbindung von Patienten und Angehörigen sowie Rehabilitation und postklinischer Verlauf.
Ergebnisse: Eine umfassende Aufklärung vor der OP sowie eine lückenlos funktionierende Kommunikation während des gesamten perioperativen Versorgungsverlaufes stellten sich als Grundlage für Patientenzufriedenheit und einen optimalen Versorgungsprozess heraus. Patienten aus dem ERAS+ Versorgungsmodell berichteten insgesamt höhere Zufriedenheit mit ihrer Versorgung, als Patienten der SV und ERAS Gruppe.
Schlussfolgerung: Die präoperative Aufklärung legt den Grundstein für das weitere Verhalten und die Erwartungen der Patienten gegenüber ihrer Behandlung. Dabei spielen Themen wie Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit eine wichtige Rolle. Die aktive Einbindung und Mitgestaltung der Patienten und ihrer Angehörigen in den Behandlungsverlauf ermöglichen eine bessere postoperative Versorgung, intensivere Physiotherapie, mentale Unterstützung und eine
schnellere Genesung. Während des gesamten Versorgungsprozesses ist ein funktionierender Informationsfluss essenziell. Ein fester Ansprechpartner trägt positiv zum Wohlbefinden der Patienten bei. Innovative ERAS-Konzepte, die eine interprofessionelle präoperative Patientenedukation sowie psychosomatische Begleitung beinhalten, sind aus Patientenperspektive vielversprechende Ansätze, von denen eine große Bandbreite herzchirurgischer Patienten profitieren können.…


- Introduction: In light of the ongoing shortage of personnel in the German healthcare system, ERAS can be a promising solution to enhance treatment efficiency and promote patient involvement. This innovative care model aims to optimize recovery processes following surgeries by adopting a holistic, interprofessional approach. At UKA, ERAS was implemented in minimally invasive heart valve surgery, offering two distinct ERAS models (ERAS light and perioperative ERAS). Moreover, there is also the standard care without ERAS. The study investigates patient satisfaction and perceived differences across these various care models.
Methods: Patients were interviewed using semi-structured interviews approximately two to
three months after their surgeries. Data analysis was conducted using qualitative content analysis following the methodology outlined by Kuckartz. Four main categories were formed: Preoperative care, postoperative care and communication, patient participation and involvement,Introduction: In light of the ongoing shortage of personnel in the German healthcare system, ERAS can be a promising solution to enhance treatment efficiency and promote patient involvement. This innovative care model aims to optimize recovery processes following surgeries by adopting a holistic, interprofessional approach. At UKA, ERAS was implemented in minimally invasive heart valve surgery, offering two distinct ERAS models (ERAS light and perioperative ERAS). Moreover, there is also the standard care without ERAS. The study investigates patient satisfaction and perceived differences across these various care models.
Methods: Patients were interviewed using semi-structured interviews approximately two to
three months after their surgeries. Data analysis was conducted using qualitative content analysis following the methodology outlined by Kuckartz. Four main categories were formed: Preoperative care, postoperative care and communication, patient participation and involvement, and rehabilitation and post-clinical course.
Results: Comprehensive preoperative education and seamless communication throughout the
perioperative care journey were identified as fundamental to patient satisfaction and optimal care processes. Patients in the ERAS+ model reported higher overall satisfaction with their care compared to patients in the standard care and ERAS groups.
Conclusion: Preoperative education sets the groundwork for patients' subsequent behaviours and expectations regarding their treatment. Aspects such as physical activity, nutrition, and mental health play crucial roles. Active involvement and participation of patients and their families in the treatment process enable better postoperative care, intensive physiotherapy, mental support, and faster recovery. A functional flow of information is essential throughout the care process, and having a dedicated point of contact positively contributes to patient well-being. Innovative ERAS concepts incorporating interprofessional preoperative patient education and psychosomatic support represent promising approaches from a patient perspective, benefiting a broad spectrum of cardiac surgical patients.…

