Turning recognition into imposition – standard language ideologies in discourses about cultural identity
- In linguistics, the idea of a close connection between language and identity is widely accepted, conceiving language use and its metadiscursive negotiations as acts of identity to align with or distance from social groups. In what at first sight appears to be a similar argument but is mainly oriented towards national standard languages, conservative and right-wing political actors see language as the main foundation of cultural identity. This contribution shows how the language ideological linking of standard language and cultural identity is used to impose hegemonic notions of order in political discourse. By the examples of debates on migration politics and gender-sensitive language in the German-speaking countries, it is shown how in metapragmatic discourse a defensive stance is taken towards supposed attacks against standard language, so that standard language ideologies prove to be a driving force of the mimicry of marginality.
- Die Vorstellung eines engen Zusammenhangs zwischen Sprache und Identität ist in der Linguistik weithin akzeptiert. Sprachgebrauch und seine metadiskursiven Aushandlungen werden als identitätsstiftende Akte zur Zuordnung zu oder zur Abgrenzung von sozialen Gruppen verstanden. In einer scheinbar ähnlichen, aber vor allem auf nationale Standardsprachen ausgerichteten Argumentation sehen konservative und rechtsgerichtete politische Akteure die Sprache als wichtigste Grundlage kultureller Identität an. Der Beitrag zeigt, wie die sprachideologische Verknüpfung von Standardsprache und kultureller Identität genutzt wird, um hegemoniale Ordnungsvorstellungen im politischen Diskurs durchzusetzen. Am Beispiel von Debatten um Migrationspolitik und gendersensible Sprache im deutschsprachigen Raum wird gezeigt, wie in Metasprachdiskursen eine defensive Haltung gegenüber vermeintlichen Angriffen auf die Standardsprache eingenommen wird. Standardsprachenideologien erweisen sich so als treibende KraftDie Vorstellung eines engen Zusammenhangs zwischen Sprache und Identität ist in der Linguistik weithin akzeptiert. Sprachgebrauch und seine metadiskursiven Aushandlungen werden als identitätsstiftende Akte zur Zuordnung zu oder zur Abgrenzung von sozialen Gruppen verstanden. In einer scheinbar ähnlichen, aber vor allem auf nationale Standardsprachen ausgerichteten Argumentation sehen konservative und rechtsgerichtete politische Akteure die Sprache als wichtigste Grundlage kultureller Identität an. Der Beitrag zeigt, wie die sprachideologische Verknüpfung von Standardsprache und kultureller Identität genutzt wird, um hegemoniale Ordnungsvorstellungen im politischen Diskurs durchzusetzen. Am Beispiel von Debatten um Migrationspolitik und gendersensible Sprache im deutschsprachigen Raum wird gezeigt, wie in Metasprachdiskursen eine defensive Haltung gegenüber vermeintlichen Angriffen auf die Standardsprache eingenommen wird. Standardsprachenideologien erweisen sich so als treibende Kraft der Mimikry der Marginalität.…

