Lageangepasste Personalalarmierung und Personalsteuerung beim Massenanfall von Patienten: Konzept, Kalkulation und technische Umsetzung
- Hintergrund
Krankenhäuser müssen bei einem Massenanfall von Patienten (MAN) innerhalb weniger Minuten bis Stunden erhebliche personelle Kapazitäten aufbauen. Die Personalalarmierung ist dafür ein zentrales Element des Krankenhausalarm- und -einsatzplans (KAEP), das in der Praxis jedoch häufig unzureichend systematisiert und quantitativ unterlegt ist. Zudem weisen technische Alarmierungsinfrastrukturen Parallelitäts- und Rückmeldegrenzen auf, die die realisierbare Alarmierungsgeschwindigkeit limitieren.
Ziel
Vorgestellt wird ein fachgruppenspezifisches (auf die Einzelansprache einzelner Berufsgruppen ausgerichtetes) und modulares (zu bedarfsgerechten Bündeln zusammensetzbares) Alarmierungskonzept mit quantitativer Personalbedarfsmatrix, mehrstufiger Rufgruppenarchitektur und servergestützter, selbstregulierender Alarmierungslogik zur gezielten Vermeidung von Überalarmierung.
Methoden
Ausgehend von einer mit der unteren Katastrophenschutzbehörde abgestimmtenHintergrund
Krankenhäuser müssen bei einem Massenanfall von Patienten (MAN) innerhalb weniger Minuten bis Stunden erhebliche personelle Kapazitäten aufbauen. Die Personalalarmierung ist dafür ein zentrales Element des Krankenhausalarm- und -einsatzplans (KAEP), das in der Praxis jedoch häufig unzureichend systematisiert und quantitativ unterlegt ist. Zudem weisen technische Alarmierungsinfrastrukturen Parallelitäts- und Rückmeldegrenzen auf, die die realisierbare Alarmierungsgeschwindigkeit limitieren.
Ziel
Vorgestellt wird ein fachgruppenspezifisches (auf die Einzelansprache einzelner Berufsgruppen ausgerichtetes) und modulares (zu bedarfsgerechten Bündeln zusammensetzbares) Alarmierungskonzept mit quantitativer Personalbedarfsmatrix, mehrstufiger Rufgruppenarchitektur und servergestützter, selbstregulierender Alarmierungslogik zur gezielten Vermeidung von Überalarmierung.
Methoden
Ausgehend von einer mit der unteren Katastrophenschutzbehörde abgestimmten Krankenhausverteilungsmatrix wurde ein detaillierter Personalbedarfsplan erarbeitet. Unter Berücksichtigung verschiedener Responseraten dienstfreier Mitarbeitender (30 bis 50 %) wurden Alarmierungszahlen und Schwellenwerte für einen gestuften Alarmierungsserver programmiert. Rufgruppen wurden nach einem einheitlichen Buchstabieralphabet benannt und zu skalierbaren Bündeln zusammengefasst.
Ergebnisse
Bei einer Gesamtaufnahmekapazität von 135 Patienten in zwei Wellen wurden 127 direkt patientenversorgende Mitarbeitende als Mindestbedarf errechnet. Bei einer Responserate von 30 % ergibt sich eine Alarmierungsnotwendigkeit von 423 Mitarbeitenden. Das Rufgruppensystem umfasst 16 fachgruppenspezifische Gruppen, zwei skalierbare Bündel und ein übergeordnetes Gesamtbündel. Ein servergestütztes Verfahren mit definierten Rückmeldeschwellen verhindert systematische Überalarmierung. Die Patientenabstromplanung erfolgt über eine interne Zehn-Prozent-Regel mit automatisierter Pop-up-Benachrichtigung und abschnittsgeleiteter Bettenkoordination.
Schlussfolgerung
Ein quantitativ fundiertes, fachgruppenspezifisches Alarmierungskonzept mit gestufter Serverlogik ermöglicht lageangepasste Personalsteuerung, reduziert Überalarmierung und schützt die langfristige Einsatzbereitschaft der Mitarbeitenden. Im Zusammenwirken mit einem rollenspezifischen Personallaufkartensystem schließt das Alarmierungskonzept den Steuerungskreislauf von Mobilisierung, Eintreffen und unmittelbarer Rollenübernahme im Ereignisbetrieb.…

